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Seine Geschichte darf nicht in Vergessenheit geraten...
Josef Kvasny - genannt Prana
Dies
ist die Lebensgeschichte von Josef Kvasny,
dessen Karriere im Wien der frühen 50er Jahre, in der russischen
Besatzungszone begann. Er war zu dieser Zeit Kapellmeister einer 7-Mann Band
beim Zirkus - da Wien in der Nachkriegszeit ein unsicherer Boden war, war der
Zirkus oft mit dem Problem konfrontiert, wie man den erwirtschafteten Tageslohn am besten zur
Bank schaffen könnte. Schon oft war es vorgekommen, dass die Geldboten
überfallen oder auch gnadenlos erschossen worden waren. So suchte man im Zirkus nach
neuen Freiwilligen, natürlich war die Zahl derer nicht gerade hoch, und so
meldete sich Josef Kvasny, denn er wusste sich zu wehren!
Doch er wollte höher hinaus, kündigte den Job des Musikers, übte sich im
Waffengebrauch und hielt seinen Körper in Schuss. Auf dem Dach seines
mehrstöckigen wiener Hauses demonstriert er uns die Kunst des Überlebens in seinem
harten Geschäft.. (siehe unten)
Panoptikum:
Herr Prana, einigen unserer Leser ist Ihr Name womöglich ein Begriff:
Als Leibwächter sind Sie bereits durch sämtliche österreichische
Zeitungen gegeistert, Sie wurden schon einmal im Fernsehen gezeigt, im
Rahmen eines kurzen Berichts in Panorama. Daraufhin haben wir
eine Reihe von Zuschriften bekommen, dass Sie öfter im Fernsehen gezeigt
werden sollten, übrigens alle vom gleichen Absender!
Prana:
(Lacht verächtlich)
Panoptikum:
Aber Sie haben ja gegen Publicity noch nie etwas einzuwenden gehabt.
Prana:
Nein, ich glaube nicht, wenn es im Rahmen der Wahrheit bleibt, aber bei
Ihnen muß man ja sehr vorsichtig sein, Sie verdrehen ja öfter die Wahrheit.
Seine Abenteuerlust schreibt Herr Kvasny dem Schicksal zu, er ist im
Sternzeichen des Fisches geboren, in Verbindung dazu noch unter dem des
orientalischen Tigers. Seiner Erklärung zufolge haben Fischemenschen eine
überdurchschnittlich große Lebensfreude, in anderen Definitionen werden Fischemenschen
jedoch als erstaunlich
phantasievoll beschrieben ...
Einer göttlichen Eingebung im Schlaf oder im Yoga verdankt er die Erfindung
seiner eigenen Kampftechnik, dem Sabakido. Schon als Kind entwarf er die
ersten Techniken dafür, notierte sich von klein auf alles in seine Hefte, doch
hatte er zu dieser Zeit noch keinen geeigneten Namen dafür. Erst als ihn seine
Reisen nach Asien brachten, fand er in der buddhistischen Lehre den geeigneten
Namen, eben Sabakido.
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Saba |
die Kreise |
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Ki |
gehen |
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Do |
der Weg |
Mit einem Satz könnte man diese Lehre
leicht definieren: Gehe den kreisenden, ausweichenden Weg und der Gegner
besiegt sich selbst, oder auch:
"Der G'scheitere gibt nach, der Esel fallt in' Bach"
Seine Reisen führen Josef Kvasny durch die ganze Welt, angefangen mit
Amerika, wo er Geldtransporte übernahm...

Panoptikum: Konnten Sie sich eigentlich gegen die amerikanische
Verbrecherwelt durchsetzen?
Prana: Ich habe immer versucht, gut auszukommen, allen auszuweichen, und
wenn irgenwann einmal was war, wars meistens so: ich hab mich befreit,
auch meinen Partner geschützt, das Gut in Sicherheit gebracht... Ich konnte mich nicht
weiter um die Unterwelt kümmern und bis Polizei gekommen war, waren die meistens
weg aber wir waren in Sicherheit. Ab und zu ist einmal einer erwischt worden, weil
er am Fuß verletzt war...
Panoptikum: Also hat es schon auch ein paar mal "Wickel" gegeben?
Prana: Naja, ich hab schon auch ein paar Mal ...
(Hält kurz inne) Schaun Sie, da war einmal
so eine Sache, einmal hätt ich auch richtig wen erschießen können, ich hab'
g'sagt: 'Hau ab, verschwinde!' Die Pistole hab ich einfach ins Wasser, in den
Kai, reingehaut. Die Polizei ist dann gekommen, ich hab' ihnen g'sagt: 'Ich
hab' ja den nicht halten können'. Schaun Sie, und vielleicht hat mir das auch
einmal das Leben gerettet, der hat mich irgendwo einmal rausgeboxt, hat er zu
mir gesagt: 'Komm! Hau ab! Die haben dich auf der Westen'. Ich hab nicht
fragen können, warum. Das waren so Puerto-Ricaner, die waren immer schnell mit
dem Messer da. Hab ich die Füße genommen und bin so schnell ich konnte weg.
Panoptikum: Also haben Sie ein Leben geführt, wie man es aus den Filmen
kennt, wie z.B. "Ein Mann sieht Rot"?
Prana: Na in Gefahr seh ich gottseidank nicht Rot, ich seh immer glasklar,
ich dreh' nicht durch...
Panoptikum: Eigentlich sind Sie ja ein Typ, auf den die Frauen riesig
fliegen müssten.
Prana:
Naja, schauen Sie, ich kann mich nicht beklagen, ich hab immer genug Damen
gehabt, also es war mir sogar manchmal zuviel!! Ich bin geflüchtet, damit
ich meine Ruhe vor ihnen habe. [...] In Düsseldorf ist es mir einmal
passiert, dass eine Frau zu mir gesagt hat: 'Bitte! Ich gebe dir alles.
Fahr mit mir nach Monte Carlo, spielen (im Casino), gehen wir am Strand,
nur dass meine Freundinnen mich sehen.' Ich hab nur gemeint: 'Nein, das
mach ich nicht'. Erstens einmal bin ich nicht käuflich, und zweitens
einmal liebe ich immer nur Frauen, die jünger sind als ich selbst. Ich war
damals 27, sie war 35, war zwar sehr hübsch, aber ich konnte das nicht,
obwohl Sie hübsch und reich war. Alle meine Freunde haben immer gesagt:
'Mann, nütz' das aus, sie hat Geld!' Mir war aber nie danach, von einer
Frau Geld anzunehmen.
... über Siam, wo er lernte, sich gegen wilde Tiere durchzusetzten, und die
Kunst des Stockfechtens erlernte, bis nach Japan, wo er der Schüler des großen Mifune wurde, der ihn in die japanischen Lehren einführte und ihm auch seinen
jetztigen Künstlernamen gab - "Prana".
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Prana
ist die muslimische Bezeichnung für die
Kraft des Lebens.
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Als Prana in den 70er Jahren wieder zurück nach Österreich kam, gründete er
im 10. Bezirk eine Sabakidoschule, in der es "normalen" Menschen möglich war
- unter Aufsicht des Meisters - die Kunst des Sabakido zu erlernen. Als
zweites Standbein - sollte es mit seinem Trainingszentrum nichts werden - eröffnete er in Fischamend, einem wiener Vorort, eine Diskothek.
Um der aber Welt zu beweisen, dass Sabakido wirklich eine der weltbesten
Kampfsportarten ist, wagte Prana einen großen Schritt:
Er forderte den großen Muhammed Ali,
der ihm jedoch nie antwortete.
Panoptikum: Wie war denn das jetzt eigentlich mit dem Muhammed Ali? Sie haben
ihn herausgefordert?
Prana: Naja, ich war damals also noch in Amerika drüben, war noch als
Leibwächter tätig. Ich war immer interessiert, der war nämlich so richtig
schnell. Ich hab das beobachtet. Wenn man hingeschaut hat, hat man immer
geglaubt, der kriegt einen Faustschlag, aber ist immer gerade noch zurück
gegangen. Und das nimmt den anderen die Kraft, und da hab ich mir gedacht:
'Das wäre ein Gegner für Dich!' Da kann ich schauen, ob mein Sabakido auch wirksam
ist. Ich habe ihm oft geschrieben, ich kann Ihnen die Einschreibebriefe
zeigen, er hat sie übernommen, aber er schreibt nicht zurück. Vielleicht bin
ich ihm ein Dorn im Auge...
Panoptikum: Glauben Sie, dass Ihnen der Muhammed Ali ausweicht?
Prana: Das kann ich nicht
sagen, vielleicht deshalb, weil das Wort Prana in seiner Religion zu mächtig
ist. Weil das Wort Prana ja ist wirklich die
absolute Kraft. Wenn er wirklich zu seinem Glaubensbekenntnis steht, dann
weicht er vielleicht deswegen aus. Aber ich glaube, dass er nicht dazu steht, weil
seine letzten Kämpfe waren immer eine ausgemachte Sache
Panoptikum: Also, auf wienerisch gesagt: Der Muhammed Ali hat vor Ihnen "a
Federn"? Glauben Sie nicht, dass sie da die Welt verkehrt sehen?
Prana: Nein, das glaube ich nicht! Schon allein von der sportlichen Seite
her, den Muhammed Ali sagt selbst, das wäre ein ungleicher Kampf denn meine
Beine sind länger als seine Arme, ich würde nicht so lange brauchen, wie sein
letzter Gegner, in einem Kampf gegen mich gebe ich ihm vielleicht 10 Sekunden, denn meine Schläge treffen
sicher.
Panoptikum: Also wären Sie auch bereit, gegen jeden Gegner zu kämpfen?
Prana: Ja!
Panoptikum: (Stellt Prana den koreanischen Tae-Kwon-Do Meister Lee Kwang Bee
vor) Herr Prana, wir haben einen Gegner für Sie gefunden, den Herrn Lee, der
dem Stil nach Tae-Kwon-Do betreibt. Glauben Sie, dass Sie stärker sind, als
der Herr Lee?
Prana: Also, mein Prinzip ist es
eigentlich, nie echte Kämpfe zu machen, weil ich
könnte ihn ja verletzen, oder er mich. Was soll das für einen Sinn haben? Man
könnte ja Vorführungen machen: 'Was macht er, wenn ich das mache, was mache
ich, wenn er das macht?' Das ohne Weiteres. Aber wenn er sagt, dass ich für
ihn nicht aufkommen muss, können wir auch kämpfen, aber nur,
wenn es amtlich
eingetragen ist. Ausserdem brauche ich einen Hodenschutz [...]
Panoptikum: Also lassen wir es lieber bleiben?
Prana: Nein, nein, treiben Sie nur einen Hodenschutz auf.
Lee Kwang Bee: Mr. Prana? You want to fight me? I kill you in one
second!
Prana: No Polizei. Fight is no good, if is not gemeldet. Was heisst
geschwind gemeldet? Auf Englisch?

Also kam es nie zum Kampf Prana gegen Lee Kwang Bee. Es bleibt jedem selbst
überlassen, sich auszumalen, wie dieser Kampf wohl ausgegangen wäre...
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